Yoga für Hochsensible

Hochsensibilität ist eine Stärke!

Der Begriff "Hochsensibilität (HSP)"  wurde durch die Psychologin Dr.Elaine Aaron geprägt und findet v.a. in der heutigen Zeit immer mehr Resonanz. HSP kann eine angeborene erhöhte Sensibilität sein oder als Folge eines traumatischen Erlebnisses entstehen. Bis heute ist noch nicht eindeutig geklärt, wie Hochsensibilität genau entsteht. 

 

Sensibilität wird als Feinfühligkeit und starke Empfindsamkeit charakterisiert, die sich oft in Form (starker) Emotionen und Reizempfindlichkeit äußert. Hochsensible Menschen haben weniger Filter, d.h. sie nehmen wesentlich mehr Informationen und Eindrücke nicht nur aus ihrem Umfeld, sondern auch von sich selbst auf und sind dementsprechend schneller "voll".

 

(Hoch) - Sensibilität wird leider oft als Schwäche ausgelegt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie leidvoll es sein kann, immer als "Schwächling", "Weichei" ect. bezeichnet zu werden und das Gefühl zu haben, dass etwas nicht mit meinem stimmt, man nicht dazu gehört und das Gefühl hat, anders zu sein. Bis in mein Erwachsenenalter habe ich immer wieder versucht, mich in meinen Leistungen anderen anzupassen und habe dabei meine eigenen Grenzen überschritten und meine Bedürfnisse vernachlässigt. Die Folge waren Burn -Out, chronische Erschöpfung, Unzufriedenheit, Krankheiten usw.

Es hat viele Jahre gedauert, bis ich gelernt habe, mich so anzunehmen wie ich bin und auf mich und meinen Körper zu hören. Heute sehe ich meine Hochsensibilität als Stärke!

 

In meiner Arbeit zeigt sich diese Stärke in meinem Einfühlungsvermögen und Mitgefühl für die Herausforderungen und manchmal auch Leid meiner Klienten. Ich bin in der Lage einen sicheren Raum zu geben und Vertrauen zu schaffen. Auch in meinen Beziehungen erlebe ich mehr Erfüllung und tiefe Intimität und Verbindung. Ich erlebe mein tiefes Erleben mehr als Bereicherung, als eine Überlastung.

 

Ich glaube ein Grund, warum ich mich in der ersten Stunde sofort in Yoga verliebt habe, war das Gefühl endlich einen sicheren Ort zu haben, wo ich einfach ich sein darf und keine neue Reizüberflutung auf mich einprasselt. Meine Matte ist seit vielen Jahren mein (heiliger) Raum, ein Rückzugsort, in dem ich in die Stille eintauche, spüre, verdaue, reflektiere und integriere, um so gestärkt und zentriert meinen Alltag zu meistern. Mitlerweile habe ich für mich eine Stabilität gefunden, in der ich mein Yoga mehr und mehr in meinem Alltag lebe und nicht gleich zusammenklappe. Und wenn ich mal wieder das Gefühl habe, völlig überfordert zu sein oder es übertrieben habe, dann habe ich mittlerweile meinen kleinen Erste-Hilfe Koffer mit effizienten Werkzeugen, die mich Erden und zentrieren.

Merkmale & Stärken der Hochsensibilität

Als ich vor 2 Jahren erstmalig von dem Begriff der "Hochsensibilität" hörte, war ich erstaunt, mich in so vielen Dingen wieder zu erkennen und zu sehen, dass mein Gefühl "anders" zu sein stimmte und auch mein Bedürfnis nach Rückzug und Erholung absolut richtig sind. 

 

Merkmale & Stärken der Hochsensibilität:

- schnelle Reizüberflutung und Bedürfnis nach Rückzug und Erholung

- Geräusch - Lichtempfindlichkeit, Vermeidung großer Menschenmengen

- intensives Innenleben

- erhöhte Erregbarkeit

-starkes Einfühlungsvermögen für zwischenmenschliche Spannungen und für das, was nicht gesagt wird, Emotionen von sich selbst und dem Umfeld 

- geringe Stress - Resistenz und Belastbarkeit

- Bedürfnis nach einem tieferen Sinn

-leichter Zugang zu Spiritualität und Energien

 - Perfektionismus und Liebe zum Detail

Wie kann Yoga helfen?

Yoga führt in die Verbindung. Durch achtsame Atmung in Verbindung mit ruhigen Bewegungen (vinyasa) kommen Körper und Geist in Einklang. Durch die Konzentration auf die Atmung und die Empfindungen im Körper werden die Sinne zurückgezogen (Pratyahara), die bei vielen Hochsensiblen sehr stark im Außen sein können. Die Atmung steht in enger Verbindung mit unserem Nervensystem und unseren Gefühlen und hat eine starke ausgleichende Wirkung, wenn sie bewusst und richtig eingesetzt wird (s.h. auch Kontraindikationen). Durch regelmäßige Praxis ist es möglich, den Geist unter Kontrolle zu bringen und die Aufmerksamkeit zu lenken. Der Atem folgt der Aufmerksamkeit. Der Atem ist auch der Träger unserer Lebensenergie. Wo der Atem hingeht, dort geht die Energie hin. Indem wir lernen, die Aufmerksamkeit und damit den Atem nach Innen zu lenken, nähren wir unseren Körper und können Erschöpfung entgegenwirken.

Es geht im Yoga nicht um Leistung, sondern das Erweitern der Achtsamkeit und die Verbindung mit uns und unserem Körper. Hier auf der Matte dürfen wir sein, mit allem, was ist und allem Raum geben. Die Praxis erlaubt uns, mit unseren Grenzen zu spielen und auf unsere Bedürfnisse zu hören.

Das schafft eine enorme Erleichterung, da Hochsensible im Alltag oftmals durch die Überflutung wenig Spielraum erfahren.

Über die Asanas stärken wir unseren Körper und lernen eine Resilienz zu entwicklen, um mit den Herausforderungen des (Innen-) Lebens umzugehen. Die gezielten Atemübungen (Pranayama) und Meditation schafft innere Klarheit, Zentrierung und die ersehnte Stille. Durch Affirmationen können wir uns für den Alltag kräftigen und lernen, unser Leben kreativ zu gestalten.

 

Kontraindikationen:

 

Viele modernen Yogastile führen bei Hochsensible zur Überstimulierung des Nervensystems. Unser autogenes Nervensystem besteht aus dem Symphatikus & Parasympathikus. Für ein gesundes Leben brauchen wir eine gesunde Balance zwischen beiden. Der Sympathikus hilft uns, alles im Alltag zu erledigen, zu planen und aktiv zu sein, während der Parasympathikus für die Entspannung und eine gesunde Organfunktion sorgt.

 

Schnelle und auf Muskelkraft fokussierte Klassen aktivieren v.a. den Sympathikus, der auch den Kampf - & Fluchtreflex aktiviert. Viele Hochsensible leben durch die erhöhte Stressbelastung in einem permanent aktiven Sympathikus ( oder sind sogar "erstarrt") und brauchen als Ausgleich den Parasympathikus, der durch den Fokus auf eine ruhige Atmung und achtsame Bewegungen aktiviert wird. Zu starke, gepresste Atmung oder Feueratmung (Kappalabhati) kann für viele Hochsensible ebenso den Stress im Körper noch mehr verstärken. Oft sind die Abfolgen zu schnell, es gibt keinen Raum nachzuspüren. Wenn Du Gruppenklassen suchst, achte auf diese Merkmale.

 

Wenn wir für uns wissen, was unser Körper braucht, können wir die Yogaklassen für unsere Bedürfnisse modifizieren.


Gerne unterstütze ich Dich dabei, Deine eigene Praxis zu kreieren und Dir Werkzeuge an die Hand zu geben, die Dir in Deinem Alltag und Beziehungen helfen, Deine Hochsensibilität als Stärke anzunehmen. 

Intention

Intention (Affirmation) ist eine positive Bestärkung. Sie kann uns helfen, eine liebevolle Beziehung zu uns selbst aufzubauen und alte Glaubenssätze loszulassen. 

 

Beispiele:

"Ich vertraue meiner Wahrnehmung"

"Ich setze meine eigenen Maßstäbe"

"Ich nehme meine Hochsensibilität an und wertschätze diese"

"Ich bin selbstverantwortlich für mein Leben"

"Ich nähre und liebe meinen Körper"

 

Am kraftvollsten sind eigene Affirmationen, die aus unserem eigenen Herzen kommen. Im Yoga beginnen wir oft mit dem Setzen einer Intention zu Beginn einer Stunde. Die Intention verbindet die äußere und innere Welt und bringt die Yogapraxis weg von der rein physischen Ebene hin zu einer Praxis für die Seele. 

Kontakt:

Alexa Posth

zert. 200 STD+ Yogalehrerin, 300STD+ Fort- und Weiterbildung, Life Energy Worker, Reiki, Schülerin des Pantharei Approach

Yoga, Pranayama, Meditation, Stress & Energie Management, (Somatisches) Coaching 

Eberswalder Strasse 20, 10437 Berlin

Tel.: 0174-29 26 266

Email: Alexaposth@gmail.com

 

Hinweis: Die Kurse ersetzen nicht die Behandlung durch einen Arzt, Heilpraktiker oder Therapeut! Sie sind eine wertvolle Ergänzung und Unterstützung auch während einer laufenden Behandlung. Laufende ärztliche Behandlungen und  Anweisungen sollten weitergeführt werden bzw. künftige nicht hinausgeschoben oder unterlassen werden. Die Teilnahme an diesen Kursen folgt auf eigene Verantwortung.